Anleitung
Italienischer Aperitif

Der Aperitivo ist keine Vorspeise und kein Abendessen. Er ist die Stunde zwischen Arbeit und Essen, in der man etwas trinkt und dabei Kleinigkeiten isst, damit der Wein nicht auf leeren Magen trifft.
Wann
Zwischen 18 und 20 Uhr. In Norditalien früher, im Süden später, im Sommer sehr viel später. Wichtig ist nur, dass danach noch gegessen wird: sonst ist es kein Aperitivo, sondern eine Apericena, bei der das Buffet die Mahlzeit ersetzt.
Was getrunken wird
- Spritz
- Aperol oder Campari, Prosecco, Soda. Der bekannteste, aber längst nicht der einzige.
- Trockener Weißwein
- Im Süden die häufigste Wahl. Passt zu allem, was gereicht wird.
- Vermouth
- Pur auf Eis mit einer Zitronenzeste. Der ursprüngliche Aperitivo.
- Bier
- Vollkommen üblich, auch wenn es in Reiseführern selten steht.
Was gereicht wird
Im Süden fast immer Gebackenes aus Hartweizen: Taralli, Tarallini, Grissini, Focaccia in kleinen Stücken. Dazu Oliven, eingelegtes Gemüse, ein Stück Käse.
Was es traditionell nicht gibt: Chips, Erdnussflips, industrielle Cracker. Nicht aus Snobismus, sondern weil das Gebackene aus dem Ort schlicht besser dazu passt und billiger ist.
Nord und Süd sind nicht dasselbe
| Norden | Süden | |
|---|---|---|
| Uhrzeit | 18 bis 19.30 Uhr | 19.30 bis 21 Uhr |
| Getränk | Spritz, Cocktails | Weißwein, Bier, Vermouth |
| Essen | oft Buffet inklusive | kleine Teller am Tisch |
| Charakter | Stadt, nach der Arbeit | langsamer, oft draußen |
Zu Hause nachmachen
Man braucht wenig: ein Getränk, etwas Gebackenes, etwas Eingelegtes, etwas Käse. Wie man das anordnet, steht unter Antipasti Platte.
Der einzige Fehler, den man wirklich machen kann, ist zu viel aufzutragen. Der Aperitivo soll Appetit machen, nicht sättigen.